Mittwoch, 18. Juli 2012

Alles gute zum muttertag!


Zum glück ist niemand auf die idee gekommen, die rechtschreibung müsse auch hier «eindeutig» sein! In den reformdiskussionen spielt die unterscheidungsschreibung jeweils eine grosse rolle: malen / mahlen, Seite / Saite, Lärche / Lerche, greulich / gräulich, wohlbekannt / wohl bekannt, sitzenbleiben / sitzen bleiben, der Gefangene floh / der gefangene Floh. Wie man am heutigen muttertag sieht, leidet die von den reformgegnern beschworene «Ausdrucksvielfalt der Sprache» (Hans Zehetmair) keineswegs, wenn wörter, die gleich ausgesprochen werden, auch gleich geschrieben werden. Oder wie es Wilhelm Bleich schon 1900 formulierte: «Eine zwecklose Erschwerung des Schriftgebrauchs ist es, gleichlautende Wörter verschiedener Bedeutung durch eine verschiedene Schreibung zu unterscheiden, da ja schon der Zusammenhang im Satze jedes Mißverständnis verhütet.»

Mittwoch, 11. April 2012

Der aktuelle tippfehler: «Kamera mit Nachsicht»

Aus dem prospekt von Fust (www.fust.ch): «Kamera mit Nachsicht» im kinderzimmer. Schön, wenn eine überwachungskamera nachsicht zeigt und ein auge zudrückt, wenn das kind nicht brav ist. Gemeint ist allerdings «Kamera mit Nachtsicht».

Mittwoch, 4. Januar 2012

Unser wort des jahres 2011

Gesehen auf einer einladung eines vereins, der das kloster Näfels im kanton Glarus unterstützt:
Wahlfarttsort

Und so wird das wort nach duden geschrieben – mit der gleichen anzahl buchstaben, aber 3 abweichungen:
Wallfahrtsort

Montag, 3. Oktober 2011

aktualisiert: www.rechtschreibreform.ch

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  • über 60 zitate aus presse- und internetartikeln
  • nachträge bei den stichworten scharf-s, schule, norm, chinesisch, autonomiehypotese

Dienstag, 23. August 2011

Vicco von Bülow alias Loriot gestorben

Der humorist Loriot (www.loriot.de) hinterlässt neben unzähligen guten erinnerungen auch eine schlechte: Er liess sich von den gegnern der rechtschreibneuregelung von 1996 einspannen. Dass er wegen einer banalen änderung der rechtschreibung im alter den humor verlor, ist geradezu tragisch. Ganz unkomisch und populistisch schrieb er in der Bild-zeitung: «Wir sind auf dem Wege, unser wichtigstes Kommunikationsmittel so zu vereinfachen, daß es in einigen Generationen genügen wird, sich grunzend zu verständigen.» Keine regierung dürfe es sich erlauben, «eine Kulturnation zu einer Klasse von Schülern zu degradieren, denen nicht die geringste Anstrengung zumutbar ist». Die behauptung, es gebe wichtigere probleme als die schreibregeln, nannte er «empörend». Kommentar der Frankfurter Rundschau: «Achje. Auch große Humoristen werden nicht jünger.»

Freitag, 29. Juli 2011

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  • presseschau
  • stellungnahme zu artikeln in NZZ Folio von Wolf Schneider und Urs Remund
  • hinweise auf bücher zum tema
  • was ist was: stichworte; u. a. schreiben, lesen, staat